Presse

  • 2007
    • Cyrano de Bergerac
      Theater in Eberdingen: „Cyrano von Bergerac“ unter freiem Himmel gespielt
      Vaihinger Kreiszeitung am 6. 8. 2007

      Das Eberdinger Sommertheater war ein Volltreffer! Der Platz zwischen Rathaus und Kirche bietet sich für eine Freiluftaufführung geradezu ideal an. Bei zwei Aufführungen war bei freiem Eintritt das Stück „Cyrano von Bergerac“ zu erleben, gespielt von der Gruppe [Exeunt.], die sich über die Ludwisburger Volkshochschule zusammengefunden hat. Die Tragik des wegen seiner riesigen Nase von der Natur sehr schlecht behandelten Cyrano von Bergerac, gespielt von Wolfgang Stich aus Korntal-Münchingen, eingebettet in die kriegerische Zeit des 17. Jahrhunderts, faszinierte die zahlreichen Zuschauer. Die Auseinandersetzung um die Liebe zu Roxane (dargestellt von Sabrina Urban aus Steinheim) stürzte die Zuschauer in ein Wechselbad der Gefühle. Sollte der schöne Christian von Neuvillette (Jens Wernstedt aus Nussdorf) oder Cyrano das Herz von Roxane gewinnen? Oder gar der hinterlistige Graf Guiche (Steffen Scheunpflug aus Murr)? Die Gascogner Kadetten zeigten mal ihre menschliche Seite, mal ihre lustige. Aber wenn es darauf ankam, hielten sie zusammen… In den weiteren Rollen waren zu erleben: Stefanie Traut aus Benningen, Jelena Vojkovic aus Hemmingen, Jenay Vogel aus Pleidelsheim, Veronika Wernstedt aus Nussdorf. Das Theaterstück wurde unter der Regie von Ina Wernstedt (Nussdorf) in Szene gesetzt.

  • 2008
    • Kabale und Liebe
      Adelsintrigen und Wetterkapriolen
      Vaihinger Kreiszeitung am 11. 8. 2008

      Die Gruppe [Exeunt.] begeisterte mit „Kabale und Liebe“ in Eberdingen

      Eberdingen (nm) – Am Freitagabend haben die Zuschauer des zweiten Eberdinger Sommertheaters nicht nur etwas über die Intrigen des Adels im 18. Jahrhundert, sondern auch über die Heimtücken der aktuellen Wetterlage erfahren. Obwohl der Wettergott kein Erbarmen kannte, darf das kostenlos gespielte Freiluft-Theaterstück „Kabale und Liebe“ als ein voller Erfolg gewertet werden. Tapfer haben nicht nur die rund 70 Zuschauer dem Regen über zwei Stunden lang getrotzt, auch die großartigen Laien-Schauspieler der Theatergruppe (Exeunt.), die sich nicht unter einem der zahlreichen bunten Schirme verkriechen konnten, wollten und auch keineswegs mussten.
      Es war die zweite und letzte Aufführung des Eberdinger Sommertheaters von Schillers bürgerlichem Trauerspiel „Kabale und Liebe“, das von der Gemeinde Eberdingen veranstaltet wird. Die Idee zum Sommertheater kam von der derzeit elf-köpfigen Theater-Laienspielgruppe (Exeunt.), die letztes Jahr in diesem Rahmen bereits das Bühnenwerk „Cyrano von Bergerac“ aufgeführt hatte. Leiterin und Regisseurin Ina Wernstedt, die die Figur des Hofmarschall von Kalb spielte, sagte über die Auswahl von „Kabale und Liebe“: „Ich wollte dieses Stück schon immer mal inszenieren und von unserer Gruppenbesetzung her hat es perfekt gepasst.“
      Schiller beschreibt in seinem Trauerspiel eine unglückliche Liebe, die an den Standesschranken des 18. Jahrhunderts zerbricht. Der adelige Ferdinand von Walter, verkörpert von Jens Wernstedt, liebt die bürgerliche Luise Miller alias Sabrina Urban. Das passt seinem Vater, dem Präsidenten der Residenz, gespielt von Steffen Scheunpflug, überhaupt nicht. Zusammen mit seinem hinterhältigen Sekretär Wurm (Wolfgang Stich), spinnt er gemeinsam Intrigen, um die Liebe der beiden zu zerstören und seinen Sohn, wie geplant, mit Lady Milford, dargestellt von Jelena Vojkovic, zu verheiraten. Kurzerhand lässt er Luises Eltern, charakterisiert von Veronika Wernstedt und Rüdiger Fender, verhaften und zwingt Luise zum Schreiben eines falschen Liebesbriefes an den Hofmarschall von Kalb. Doch der Vater hat die Rechnung ohne seinen Sohn gemacht…
      Dem aufmerksamen Zuschauer entging nicht, dass einige Darsteller in altertümlichen Kostümen und Perücken aus dem 18. Jahrhundert auftraten, während andere in modernen, zeitgemäßen Kleidern auf der Bühne erschienen. „Das war meine Idee mit der Mischung der Kostüme in modern und alt“, erklärte Ina Wernstedt und fügte hinzu: „Ich dachte mir, die Bürger treten in modernen Klamotten auf und der Adel in alten, verstaubten.“ Eine gelungene Symbolhaftigkeit, die besonders in der Figur des Ferdinand deutlich wurde, weil dieser im Verlauf des Stücks den Kleidungsstil wechselte.
      Seit Februar probte (Exeunt.) für das Spiel, im Winter in der Ludwigsburger Volkshochschule und im Sommer vor Ort am Aufführungsplatz. Der ungewöhnliche Name der Truppe stammt übrigens aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie „Alle ab“. „Shakespeare hat das immer ans Ende eines Stückes geschrieben“, erklärte Ina Wernstedt, die in Frankfurt Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert. Trotz der in den hinteren Reihen zeitweise schwer verständlichen Dialogen, bedingt durch das Plätschern des Regens und der zum Teil nicht verwendbaren Mikrofone, fand das Stück großen Anklang. Die hervorragende schauspielerische Leistung der Darsteller, die gelungene Umsetzung von Schillers Stück und die romantische Freiluftkulisse zwischen Eberdinger Rathaus und Kirche machten den Abend zu einem lohnenden Erlebnis.

  • 2009
    • Billy, der Tod und das rothaarige Mädchen
      Der Tod als Beau und Womanizer
      Vaihinger Kreiszeitung am 3. 8. 2009

      Laienspielgruppe „Exeunt“ bringt „Billy, der Tod und das rothaarige Mädchen“ auf die Freiluftbühne in Eberdingen

      Aller guten Dinge sind bekanntermaßen drei: Mit dem Protagonisten-Trio „Billy, der Tod und das rothaarige Mädchen“ (das auch beim Titel des Stücks Pate stand) eröffnete am Freitag die Laienspielgruppe

      EBERDINGEN (pen) Und da das malerische Eberdingen mit dem Wilden Westen wahrlich wenig gemein hat, wurde die Liebesgeschichte zwischen „Mr. Death and the readheaded woman“ (so das Original aus der Feder von Helen Eustis) nicht als Westernstory, sondern in einer adaptierten Version von Gabriele Flessenkemper inszeniert.
      Das Ensemble Exeunt zeigt eine moderne, heiter-melancholische Geschichte mit philosophischen Untertönen; eine Sinnsuche und Liebeserklärung an das Leben gleichermaßen: „No risk, no fun“, so lautet das oberflächliche Motto von Rocker Billy (kernig dargestellt von Steffen Scheunpflug), stets auf der Suche nach weiblicher Gesellschaft und einem Adrenalinkick. Folglich landet er, nicht zum ersten Mal, nach einem Unfall auf der Intenivstation. Seine aktuelle Flamme Maud (zart-zerbrechlich: Ina Wernstedt) bangt unterdessen um Billys Leben und beschließt in ihrer Verzweiflung, beim Tod persönlich ein Wort für die vermeintliche „Liebe ihres Lebens“ einzulegen.
      Die Begegnung mit dem schwarz gewandeten Beau (Konkurrenz für Brad Pitt alias Joe Black nahte hier in der Gestalt von Patrick Weiß) lässt Maud jedoch die Sinne schwinden und dem Tod direkt in die Arme sinken.
      Mehr Womanizer als furchteinflößender Sensenmann trägt dieser auf geradezu groteske Weise menschliche Züge: Er wohnt noch daheim bei Großmuttern (köstlich verkörpert von Sina Holzmann), schnarcht und spricht im Schlaf. Nicht ganz uneigennützig hilft die skurrile, kuppelfreudige alte Dame Maud, einen Deal mit dem Tod einzufädeln: Der will Billy verschonen, wenn das Mädchen ihn auf eine Reise begleitet und ihm zum Schluss einen Kuss schenkt.
      Diese Reise offenbart Maud existentielle Erfahrungen, gibt ihr Einblick in ihr tiefstes Inneres. So lernt sie, „dass die Menschen nicht für die Ewigkeit taugen, weil sie viel zu schnell vergessen“ und mit dem Leben oft umgehen „wie mit einer Probepackung“. Der Tod hingegen hat keinen Einfluss auf die Art und Weise, wie Menschen ihre Zeit nutzen, er „tut nur seinen Job“. Es liegt in der Verantwortung des Einzelnen, zu erkennen, wie kostbar das Lachen, die Liebe und das Leben sind, gerade weil sie nicht ewig dauern. Am Ende steht für Maud die bittere Erkenntnis, dass ausgerechnet ihr Billy damit wenig anzufangen weiß. Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, sucht er, der scheinbar Unverwundbare, erneut die Herausforderung und tauscht Maud eiskalt ausgerechnet gegen die Krankenschwester (Jelena Vojkovic) aus, die den Todgeweihten auf der Intensivstation gepflegt hat. Ein Happy End der speziellen Art gibt es dennoch, als der Tod spürt, dass sein Herz – buchstäblich – für Maud schlägt und diese seine Gefährtin wird.
      Mit ihrer jüngsten Produktion gelang der Theatergruppe eine nicht ganz ungefährliche Gratwanderung, indem sie ein ernstes Thema mit schrägem Humor paarte, ohne jedoch in Klamauk abzudriften. Mit aufwändiger Tontechnik, einem flotten Soundtrack und viel Kreativität stellten die Laienschauspieler unter Beweis: Gut erfundene Geschichten sind eben manchmal besser als die Wirklichkeit.
      Wer sich selbst davon überzeugen möchte, hat dazu am kommenden Wochenende Gelegenheit: Am Freitag und Samstag (7. und 8. August) bringt Exeunt mit „Peer Gynt“ ein Theaterstück für die ganze Familie auf die Bühne.

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